EM 2008 - Schweden
Mit dem im hohen Norden Europas gelegenen Land Schweden können viele Menschen eher Eishockey, nordischen Wintersport, Elche und eine lockere Mentalität der Einwohner verbinden, aber weniger einen erfolgreichen Fußball des schwedischen Nationalteams. In der Tat liegen die Erfolge bei international wichtigen Großturnieren schon etwas länger zurück, obwohl Schweden hinter vorgehaltener Hand vieler Fachleute immer wieder als bärenstarker Geheimfavorit tituliert wird, letztendlich den Erwartungen aber nie gerecht wurde.
So verwundert es auch nicht, dass nie ein Turniersieg für die Nationalelf Schwedens heraussprang. Trotz elf Endrundenteilnahmen bei Weltmeisterschaften wurde Schweden lediglich 1958 Vizeweltmeister. Bei vier teilgenommenen Europameisterschaften konnte das Team nur 1992 ins Halbfinale einziehen und scheiterte ansonsten vorzeitig. Allerdings ist Schweden hierbei ein „Serientäter“. Die Qualifikation zur EM 2008 ist die fünfte Teilnahme in Folge.
Bisher setzte sich Schweden nur bei den im Fußball im Stellenwert niedriger angeordneten olympischen Spielen 1948 als Goldmedaillengewinner durch, ergänzt durch jeweils eine Bronzemedaille in den Jahren 1924 und 1952.
Zittrige Qualifikation
Leider verlief auch die Qualifikation zur EM 2008 nicht so rund, wie es sich viele vorgestellt hatten. Zwar wurde Schweden in einer starken Qualifikationsgruppe mit dem letztendlich Gruppenersten Spanien, Nordirland, Dänemark, Lettland, Island und Liechtenstein mit sechs Punkten vor Nordirland Zweiter, allerdings fiel diese Entscheidung erst am letzten Spieltag.
Dabei war Schweden während der Qualifikationsphase zur EM 2008 ein Schnellstarter und konnte am Anfang vier Siege für sich verbuchen, ehe die erste Niederlage mit 1:2 gegen Nordirland erfolgte. Von diesem Misserfolg erholte sich das Team aber recht schnell mit einem souveränen und hohen Sieg gegen Island und einer 3:0-Siegentscheidung für Schweden gegen Dänemark. Diese wurde aber am grünen Tisch der UEFA aufgrund von Zuschauerauseinandersetzungen beim Stande von 3:3 festgelegt. Danach musste Schweden lediglich eine weitere Niederlage gegen den haushohen Favoriten Spanien einstecken.
Ein “Taktikfuchs” als Trainer
Der 1948 geborene Lars Lagerbäck ist seit 2004 hauptverantwortlicher Trainer des schwedischen Nationalteams. Vorher agierte er als Trainer von schwedischen Vereinsmannschaften, bevor er zum schwedischen Fußballverband wechselte. Nach einer Tätigkeit als Jugendtrainer und Coach der B-Nationalmannschaft wurde er im Jahr 1997 zum Trainerassistenten des A-Teams berufen.
Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der WM 2006 wurde Lagerbäck heftig kritisiert. Vor allem die lockere Art und Weise, wie er mit dem Ausscheiden aus dem Turnier in der Öffentlichkeit umging, wäre ihm beinahe zum Verhängnis geworden. Dennoch blieb er im Amt, zumindest noch während der EM 2008. Eine große Stärke Lagerbäcks ist seine Gabe, das Team taktisch perfekt auf den Gegner einstellen zu können. In der Regel vertraut er aber einem 4-2-2-System.
Routinierte Spieler mit internationaler Erfahrung - Zu alte Spieler?
Eine Schwachstelle des Teams könnte der Torwart Andreas Isaksson sein, der bei seinem Verein Manchester City meist auf der Bank sitzt, Alternativen gibt es kaum. Die Innenverteidigung ist mit den gesetzten Mellberg und Hansson schon erheblich stabiler. Auch der vielseitig einsetzbare Mikael Nilsson dürfte in der Viererkette eingesetzt werden.
Im Mittelfeld agiert Schweden mit seiner bewährten Flügelzange Ljungberg bzw. Wilhelmsson, die permanent für Druck sogen sollen, jeweils in Szene gesetzt vom Spielgestalter Källström. Der defensiv ausgerichtete Linderoth hält den Akteuren dabei den Rücken frei. Der Sturm wird bestimmt von Zlatan Ibrahimovic und Hendrik Larson. Ersterer erweist sich allerdings oftmals als sehr launisch.
Generell dürfte ein Problem bei dem schwedischen Team im Alter des Kaders liegen. Die Hälfte der Spieler ist über 30. Aber vielleicht wird das auch zur Stärke Schwedens. Für viele Spieler ist es wahrscheinlich die letzte Teilnahme an einem großen Turnier. Vielleicht sind sie in der starken Gruppe D mit dem Titelverteidiger Griechenland, Russland und ausgerechnet wieder Spanien in der Lage, mit Engagement und Routine für eine Überraschung in den Spielorten Salzburg und Innsbruck bei der EM 2008 zu sorgen.
Kader Schweden zur EM 2008
Tor:
Andreas Isaksson (Manchester City), Rami Shaaban (Hammarby), Johan Wilandh (Elfsborg)
Abwehr:
Mikael Nilsson (Panathinaikos Athen), Olof Mellberg (Aston Villa), Petter Hansson (Stade Rennes), Fredrik Stoor (Rosenborg Trondheim), Daniel Majstorovic (FC Basel), Andreas Granqvist (Helsingborg IF), Mikael Dorsin (CF Cluj)
Mittelfeld:
Niclas Alexandersson (IFK Göteborg), Anders Svensson (Elfsborg BK), Fredrik Ljungberg (West Ham United), Kim Källström (Olympique Lyon), Sebastian Larsson (Birmingham City), Daniel Andersson (Malmö FF), Christian Wilhelmsson (Deportivo La Coruna), Tobias Linderoth (Galatasaray Istanbul)
Sturm:
Zlatan Ibrahimovic (Inter Mailand), Johan Elmander (Toulouse), Henrik Larsson (Helsingsborgs IF), Markus Allbäck (FC Kopenhagen), Markus Rosenberg (Werder Bremen)
Trainer: Lars Lagerbäck













Bitte kommentieren Sie