News und Infos zur Europameisterschaft 2008 - Leo Beenhakker - (Polen) Der Erfolgscoach von Ajax und Real Madrid

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Leo Beenhakker - (Polen) Der Erfolgscoach von Ajax und Real Madrid

Hervorragende Trainer müssen keine herausragenden Fußballspieler gewesen sein. Das trifft auch auf den Niederländer Leo Beenhakker zu. Dem heute 65-Jährigen verdankt Polen seine erste Teilnahme überhaupt an einer Fußballeuropameisterschaft. Der am 2. August 1942 in der Hafenstadt Rotterdam geborene Leo Beenhakker war nie Profifußballer - und ist dennoch ein Fußballprofi. Davon zeugen insgesamt sechs nationale Meisterschaften, gewonnen in zwei Ländern.

Seine Trainerkarriere hat bescheiden begonnen. Bei den kleinen, unterklassigen Vereinen Cambuur Leeuwarden und Go Ahead Eagles Deventer sammelte er seine ersten Erfahrungen. Von 1976 an leitete Beenhakker dann das berühmte Fußballinternat von Ajax Amsterdam, eine Talentschmiede erstklassiger Nachwuchskicker. Der Mann war damit derart erfolgreich, dass er es in der Hauptstadt vom Jugendtrainer bis zum Chefcoach brachte. 1980 wurde er mit Ajax erstmals Meister - diesen Erfolg wiederholte er genau ein Jahrzehnt später.

Seinen dritten nationalen Meistertitel holte der Coach 1999 mit Feyenoord Rotterdam. Schwerer wiegen nur noch seine Titel mit den Königlichen in Madrid. 1986 bis 1989 war Leo Beenhakkker Trainer des spanischen Rekordmeisters Real Madrid. Ein außerordentlich erfolgreicher: 1987, 1988 und noch einmal 1989 holte die Mannschaft die Meisterschale - 1989 wurde sie auch noch spanischer Pokalsieger.

Leon Beenhakker kennt sich als Globetrotter in drei Kontinenten aus. 1993/94 war er als Nationaltrainer in Saudi-Arabien tätig. Dann ging er nach Mexiko, zum Club American, der seine Heimspiele im riesigen Aztekenstation von Mexiko-Stadt austrägt. (2002 kehre er kurzzeitig noch einmal dahin zurück.) 1996 wechselte er innerhalb der Liga zum Rivalen Chivas de Gua dalajaru. Nicht, ohne zuvor noch ein Intermezzo beim türkischen Fußballklub Istanbulspor AS eingelegt zu haben.
1990 betreute er als Bondscoach die Nationalmannschaft der Niederlande bei der Fußballweltmeisterschaft in Italien. Im Achtelfinale kam das Aus gegen den späteren Weltmeister Deutschland. Beenhakkers Oranje verloren 1:2 gegen die Beckenbauer-Elf.

Bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland brachte Beenhakker einen Exoten ins Spiel: Trinidad und Tobago. Der kleine karibische Inelstaat war zum ersten Mal bei einer WM dabei. Gegen die Schweden erreichten die Fußballzwerge ein tapferes Unentschieden. Und gegen England führte Trinidad bis kurz vor Schluss, ehe die Kicker doch noch zwei Tore kassierten.

Seit Januar 2006 trainiert Beenhakker die polnische Nationalelf. Gemunkelt wird von einem Einstiegsgehalt in Höhe von mehr als einer halben Million Euro im Jahr. Nach schwierigem Start führte der Niederländer die polnischen Spieler zum Erfolg der EM-Qualifikation.

Polen hat noch nie gegen Deutschland gewinnen können. Beenhakker ficht das nicht an. Auf dem Papier sei Deutschand vielleicht der Favorit, so Beenhakker, “aber wir spielen ja Gott sei Dank nicht auf Papier, sondern auf Gras.”



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